Weiden und Ausläufe

Weiden
Es gibt nicht viele Sachen, in denen sich die erdrückende Mehrheit der „Pferdefachleute“ einigen kann. Eine Ausnahme ist die Behauptung oder eher die Tatsache, dass eine hochwertige Weidefläche die wichtigste Voraussetzung für die Pferdezucht ist. Es ist zweifellos, dass der gleichen Ansicht auch unsere Vorfahren waren, zumindest bis daher, bevor das Interesse für Pferde wegen der Bedürfnisse der industrialisierten Landwirtschaft sank. Es ist interessant, dass sich fast alle Pferdezüchter darin einig sind, was eine hochwertige Weidefläche umfassen soll. Zusammengefasst geht es um optimalen Boden, genügende Größe der Fläche, geeignetes Klima und die richtigen Arten von Futterpflanzen. Bei dieser Meinungseinheit könnte man voraussetzen, dass man in Tschechien eine Unzahl von geeigneten Weideflächen finden könnte. Leider ist die Situation ganz anders und unter diesen Umständen irgendeine Besserung in der Qualität der Zucht zu erwarten, erinnert eher an Becketts Warten auf Godot. Es ist wahrscheinlich, dass eine Reihe von Züchtern versucht hat, diese Voraussetzungen zu erfüllen, die gesamten Ansprüche der Realisierung haben jedoch ihre Möglichkeiten überschritten. Aus der eigenen Erfahrung wissen wir, wie anspruchsvoll (nicht nur ökonomisch) die Erfüllung der Voraussetzungen war und was für eine wichtige Rolle dabei die günstige Zeit und vielleicht auch der Zufall spielten. Mehr Informationen finden Sie in dem Teil Über uns. Die Bemühung, alle Bedingungen für die Entstehung von hochwertigen Weideflächen im Zentrum DARHORSE zu erfüllen, kann durch diese Tatsachen bewiesen werden:

Optimaler Boden
Das Land unter dem Berg Říp, tschechisch Podřipsko, gehört zu den fruchtbarsten Regionen in ganz Tschechien und wird mit Recht als Garten Böhmens bezeichnet. Der außerordentlich fruchtbare Boden gewährleistet auch außerordentliche Erträge bei den meisten Industriepflanzen. Es wechseln hier Schwarzboden und Braunboden. Der Ackerboden stellt 90% des landwirtschaftlich genutzten Bodens dar, es ist also logisch, dass die Dauergrasbestände nur 2% des landwirtschaftlich genutzten Bodens darstellen, wobei es um unzugängliche und landwirtschaftlich schwierig nutzbare Flächen geht. Bei wiederholten Bodenuntersuchungen wurde bewiesen, dass diese Bodenarten eine optimale Zusammensetzung für Futterpflanzen haben. Leider halten alle hiesigen Landwirte bis heute die Errichtung von Weideflächen auf Böden von hochwertiger Bonität für ein wahres Verbrechen.

Genügende Größe der Weideflächen – Ausläufe
Die gesamten Weideflächen wurden neu auf ursprünglichen Feldern, Hopfenfeldern oder Obstgärten errichtet und ihre Fläche beträgt insgesamt 280Ha. Die mit Holzzäunen fest eingezäunten Weideflächen nennen wir Grasausläufe. Zurzeit gibt es hier zwölf dieser Art mit der Gesamtfläche von ca.180Ha. Die Fläche der einzelnen Ausläufe liegt zwischen zwei und fünfzig Hektar.

Geeignetes Klima
Podřipsko ist eine sehr warme klimatische Region, die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt ca. 10°C. Die Weideflächen liegen in einer idealen Höhe von 180 bis 240M über dem Meersspiegel, dank der es hier keine frostigen Täler gibt und im Sommer hier eine genügende Luftströmung ist. Die Nähe des Flusses Elbe erhöht die Luftfeuchtigkeit, sodass die Folgen der trockeneren Perioden unterdrückt sind.

Anteil der Arten von Futterpflanzen
Im Hinblick darauf, dass der pH-Wert auf den Weiden neutral bis schwach alkalisch ist und der Boden eine genügende Menge von Nährstoffen enthält (gemessen mit der Menge von Phosphor (P), Kalium (K), Kalzium (Ca) und Magnesium(Mg)), war es nicht nötig, das Saatgut den lokalen Bedingungen anzupassen. Die Saat erfolgte in den Ackerboden, der geackert, geschleift, mit einem Kompaktor bearbeitet und gewalzt wurde. Es erfolgte eine Frühlings- und eine Herbstsaat, wobei die Frühlingssaat effektiver war. In den Grasausläufen wurden Futterpflanzen mit höherem Anteil von Ballaststoffen bevorzugt, die im maximalen Maß den enzymatischen und mikrobiellen Verdauungsprozessen bei Pferden angepasst sind. Die Struktur der Arten von Futterpflanzen war sehr ähnlich, etwas experimentiert wurde nur mit den Endemiten-Arten und Unterarten im Rahmen Mitteleuropas und mit dem Anteil des Bastardschwingels (Festulolium). An Orten, wo höhere natürliche Bodenfeuchtigkeit ist, wurde der Anteil des Wiesen-Rispengrases und des Rot-Schwingels erhöht, die für den Boden eine befestigende Funktion haben. An den stark beanspruchten Orten wurde der Anteil des Deutschen Weidelgrases wegen seiner schnellen vegetativen Vermehrung und Regeneration erhöht. Hülsenfrüchtler (Leguminosae) wurden nur in minimalem Maß eingesetzt (höchstens 5%), an trockenen Orten, wo der Anteil des Wiesen-Rispengrases und des Rot-Schwingels erhöht wurde.

Beispiel einer „Endemitenmischung“
Gewöhnlicher Glatthafer Median 8%
Wiesen-Lieschgras Egida 30%
Deutsches Weidelgras Bača 10%
Wiesen-Rispengras Slezanka 12%
Rohr-Schwingel Fantazja 5%
Rot-Schwingel   10%
Bastardschwingel Perun 15%
Beispiel einer „europäischen“ Mischung
Gewöhnlicher Glatthafer Arrhenatherum elatius 5%
Wiesen-Lieschgras Phleum pratense 25%
Deutsches Weidelgras Lolium perenne 10%
Wiesen-Rispengras Poa pratensis 15%
Rohr-Schwingel Festuca arundinacea 5%
Rot-Schwingel Festuca rubra 15%
Bastardschwingel Festulolium 25%